Wie Frido und Storchi die Corona-Sorgen vergessen

Als Frido auf dem Sofa saß und die Nachrichten schaute, rief er ganz aufgeregt: „Storchi komm mal her, schnell!“ Storchi machte sofort die Nähmaschine aus und lief zu Frido ins Wohnzimmer. „Das musst du unbedingt sehen“, sagte Frido, „vielleicht geht es doch schneller mit der Schule weiter als erwartet, also nicht nur für die Kinder der 4. Klassen, sondern für alle Grundschulkinder.“ „Aber wie soll das nur für uns gehen?“, fragte Storchi ganz besorgt. „Wir werden doch bald Eltern und müssen uns um unsere eigenen Küken kümmern.“ „Wir finden für alles eine Lösung“, entgegnete Frido, „dann müssen wir halt erstmal in Elternzeit gehen, bevor wir als Klassentiere weiterarbeiten können.“ „Das sagtest du schon mal, dass es für alles eine Lösung gibt“, erwiderte Storchi, „aber mich regt es trotzdem auf, dass die Menschen in der Politik ihre Meinung ständig ändern müssen. Wer weiß, was sie morgen sagen?“ „Mich nervt dieses ständige hin und her doch auch“, stimmte Frido zu, „aber überleg doch mal, was das für uns bedeutet. Wir müssen uns jetzt noch keine Gedanken darüber machen, was morgen ist. Das einzige, was wichtig ist, ist der jetzige Moment. Wir dürfen jetzt Spaß haben! Hast du Lust auf eine Kissenschlacht?“ „Au jaaa“, freute sich Storchi. „Das wird ein großer Spaß.“

Die beiden suchten alle Kissen aus ihrem Haus zusammen und schon ging es los. Bei der Kissenschlacht konnten sie all die Corona-Sorgen vergessen, das war vielleicht ein tolles Gefühl. Storchi wollte, dass dieses Gefühl länger andauert. Also hatte sie die Idee, nach der Kissenschlacht eine Wasserschlacht zu machen. Und es funktionierte tatsächlich, auch hierbei fühlten sie sich frei von all den Corona-Sorgen.

Am Abend machten die beiden in ihrem Garten ein Lagerfeuer. Während sie ihr Stockbrot in das Feuer hielten, sagte Frido: „Ich bin traurig.“ „Aber was ist denn los?“, fragte Storchi. „Wir haben es doch so gut geschafft, uns abzulenken, im Jetzt zu sein und unsere Corona-Sorgen zu vergessen“ „Ja das stimmt“, entgegnete Frido, „aber jetzt bin ich nun mal traurig, wegen Herrn Swoboda.“ „Aber wieso macht dich Herr Swoboda traurig?“, fragte Storchi ganz erstaunt, „Er ist doch ein lebensfroher Mann.“ „Naja, du weißt doch“, sagte Frido, „er ist nicht nur ein lebensfroher Mann, sondern auch ein toller Musiker und gibt mir Gitarrenunterricht. Jetzt, da wir nicht mehr in der Schule sind, geht es auch damit nicht weiter.“

Storchi ging zu Frido herüber, nahm ihn ganz sanft in den Flügel und tröstete ihn: „Ich weiß, wie du dich fühlst, aber versuche immer wieder an unser Motto zu denken. Wir wollen doch aus allen Situationen das Beste machen und auch immer das Gute in den Dingen sehen. Und weißt du, was ich besonders gut finde? Dass du schon ein wunderbares Lied auf der Gitarre spielen kannst.“ Daraufhin lächelte Frido ganz unsicher, schnappte sich seine Gitarre und begann zu spielen:

 

Frido und Storchi sind wieder zuhaus‘,

Denn die Hochzeitsreise, die fiel leider aus.

Doch zu Hause ist es still, keine Kinder sind zu seh’n,

Und die Schule ist leer, wer kann das denn jetzt versteh’n?

Niemand da, trotzdem sind wir nicht allein!

 

Frido und Storchi, die bau’n sich ein Haus,

Alle Klassentiere helfen dabei mit.

Den ganzen Tag schuften sie hart und dabei wird viel gelacht,

Die Wände stehen schon ganz fest und jetzt wird das Dach gemacht.

Alle da, niemand lässt uns hier allein!

 

Frido macht allen Mut unter der Iburg.

Mensch, dieser Held, der hat Ideen, ja das musst Du einmal seh’n!

Und Storchi findet das cool unter der Iburg.

Es gibt nichts Schöneres auf der Welt, wenn man zusammen alles teilt,

Wenn man sich lieb hat.

 

Storchi und Frido geh’n gerne mal aus.

Storchi wünscht sich schon so lang‘ ein neues Kleid,

Doch in der Stadt ist alles zu, wenig Leute sind zu seh’n.

Und die Menschen sieht man nur einzeln und zu zweien geh’n.

Ein schöner Wunsch kann doch auch für später sein!

 

Storchi und Frido geh’n gerne mal raus.

Heute wollen sie spazieren geh’n im Wald.

Und der Frühling kommt jetzt schnell, viele Knospen sind schon da.

Und da ist es gar nicht still, viele Vögel zwitschern da.

Das hört sich an, wie in einem schönen Traum!

 

Frido macht allen Mut unter der Iburg.

Mensch, dieser Held, der hat Ideen, ja das musst Du einmal seh’n!

Und Storchi findet das cool unter der Iburg.

Es gibt nichts Schöneres auf der Welt, wenn man zusammen alles teilt,

Wenn man sich lieb hat.

 

Frido und Storchi sind im Supermarkt,

Etwas Klopapier und Mehl geh‘n mit nach Haus.

Plötzlich fühlt sich Frido krank, legt sich ganz schnell in sein Bett.

Storchi kocht Kamillentee und die Halsschmerzen sind weg,

Und Storchis Kuchen macht den Frido wieder fit.

 

Storchi und Frido steh’n heute spät auf,

Plötzlich bellt vor ihrer Tür ein kleiner Hund.

Sie nehmen Pluto bei sich auf, toben mit ihm übers Gras.

Plötzlich buddelt Pluto los, gemeinsam finden sie etwas,

Einen Schatz? Mensch was entdecken sie hier bloß?

 

Frido macht allen Mut unter der Iburg.

Mensch, dieser Held, der hat Ideen, ja das musst Du einmal seh’n!

Und Storchi findet das cool unter der Iburg.

Es gibt nichts Schöneres auf der Welt, wenn man zusammen alles teilt,

Wenn man sich lieb hat.

 

Am Ende des Liedes klapperte Storchi kräftig mit dem Schnabel, es hörte sich an, wie ein dicker Applaus. „Es ist so ein toller Abend“, sagte sie dann, „am liebsten würde ich die ganze Nacht draußen bleiben.“ „Ich habe eine Idee“, rief Frido ganz aufgeregt. „Wir zelten im Garten, das haben wir seit Ewigkeiten nicht mehr gemacht.“ Storchi war begeistert von dieser Idee und begann vor Freude zu hüpfen, während Frido das Zelt aus dem Keller holte. Es war zwar schon ziemlich dunkel, aber Dank des Feuers hatten sie genügend Licht, um das Zelt aufzubauen.

Im Zelt spielten sie noch so lange Kniffel, bis Storchi plötzlich aufsprang und schrie: „Die Eier! Wir haben nicht nur die Corona Sorgen vergessen, sondern auch unsere Eier. Wir haben sie ganz alleine im Haus gelassen, obwohl sie die Wärme am Lagerfeuer so sehr gebraucht hätten. Was werden wir nur für Eltern?“ Frido schaffte es nicht mal, etwas zu sagen, da war Storchi schon weg. Kurze Zeit später kehrte sie mit den drei Eiern zurück ins Zelt. Sie nahmen sie mit in ihren Schlafsack und schlummerten tief und fest ein. Mitten in der Nacht wachte Storchi auf, zupfte an Fridos Federn und flüsterte: „Wach auf Frido! Da hat gerade etwas geknackt.“

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